Familienforschung Schieber
Ein Stammbaum, der seine Herkunft nachweisen kann
Seit Jahren wächst hier eine Ahnentafel — nicht durch Zukaufen fremder Bäume, sondern Eintrag für Eintrag aus Kirchenbüchern, Matriken und Standesamtsregistern. Jede Angabe trägt ihre Quelle mit sich. Was nicht belegt ist, steht als Lücke im Baum, nicht als hübsche Vermutung.
Der Bestand in Zahlen
Wie groß der Baum ist — und worauf er ruht
„Belegt“ heißt hier: Es gibt einen abrufbaren Scan, eine Archivsignatur oder eine Registernummer, unter der die Angabe nachgeprüft werden kann. Nach diesem strengen Maßstab sind derzeit 217 der 1 259 datierten Ereignisse belegt — 17 %. Die Zahl ist absichtlich unfreundlich: Sie misst nicht, wie voll der Baum aussieht, sondern wie viel davon standhält.
Vier Stämme
Die Beleglage ist nicht überall gleich
Die Ahnentafel läuft über vier Großelternlinien zusammen. Sie stammen aus sehr verschiedenen Quellenlandschaften — bayerische Pfarrbücher auf der einen, mährisch-schlesische Matriken auf der anderen Seite. Eine Gesamtquote würde das verwischen; getrennt gezählt zeigt sich, wo die Arbeit liegt.
| Stamm | Vorfahren | tiefste Gen. | echt belegt | nur Fremdbaum | ältester Nachweis |
|---|---|---|---|---|---|
| Schieber | 39 | 8 | 38 | 0 | 1810 |
| Alt | 26 | 7 | 22 | 0 | 1816 |
| Köstler | 14 | 7 | 14 | 0 | 1851 |
| Wildner | 52 | 10 | 24 | 9 | 1682 |
„Nur Fremdbaum“ zählt die Personen, für die bislang ausschließlich ein automatischer Treffer aus einem fremden Online-Stammbaum vorliegt. Solche Treffer gelten hier nicht als Beleg — sie sind ein Suchhinweis und stehen auf der Arbeitsliste, bis das Original vorliegt. Der Wildner-Stamm reicht am weitesten zurück und hat deshalb zugleich die meisten offenen Punkte.
Vollständigkeit
Wie weit die Reihe geschlossen ist
Jede Generation verdoppelt die Zahl der möglichen Vorfahren: 4 Großeltern, 8 Urgroßeltern, 16 Ururgroßeltern. Die Spalten zeigen, wie viele dieser Plätze tatsächlich besetzt sind.
| Generation | möglich | Schieber | Alt | Köstler | Wildner | besetzt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Urgroßeltern | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | 8 / 8 |
| Ururgroßeltern | 4 | 4 | 4 | 2 | 3 | 13 / 16 |
| 5. Generation | 8 | 8 | 6 | 4 | 6 | 24 / 32 |
| 6. Generation | 16 | 10 | 10 | 3 | 10 | 33 / 64 |
| 7. Generation | 32 | 13 | 3 | 2 | 13 | 31 / 128 |
| 8. Generation | 64 | 1 | 0 | 0 | 11 | 12 / 256 |
| 9.–10. Generation | 128+ | 0 | 0 | 0 | 6 | 6 |
Der Abbruch zwischen der 6. und 7. Generation ist typisch: Dort enden in vielen Pfarreien die durchgehend geführten Bücher, dort beginnen Kriegsverluste, Pfarreiwechsel und Auswanderung. Die weiße Fläche rechts ist kein Versäumnis, sondern die eigentliche Aufgabe.
Arbeitsweise
Vom Verdacht zum Eintrag
Die Forschung folgt immer derselben Kette. Jeder Schritt hat ein Ergebnis, das der nächste prüfen kann — und keiner davon darf übersprungen werden, nur weil das Ergebnis plausibel aussieht.
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Bestand prüfenautomatisch
Der gesamte Baum wird bei jedem Durchlauf auf Widersprüche geprüft: Kinder vor der Geburt der Mutter, Sterbedaten vor Taufdaten, unmögliche Heiratsalter, doppelt geführte Personen. Fehler dieser Art werden gemeldet, bevor irgendjemand weiterforscht.
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Beleglage bewertenautomatisch
Für jede Eltern-Kind-Verknüpfung wird gefragt: Worauf ruht sie? Wo endet die Kette aus Originalquellen? Das Ergebnis ist keine Note, sondern eine Liste — jede Person, jede Angabe, jede fehlende Zitierung namentlich.
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Lücken priorisieren
Aus dieser Liste entsteht die Arbeitsplanung: Welche fehlenden Eltern sind überhaupt erreichbar? Für jede offene Frage wird der Fundort benannt, an dem die Antwort stehen müsste — Pfarrei, Buchtyp, Jahrgang, zuständiges Archiv, entschieden nach Konfession und Region.
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Original einsehen
Erst dann geht es an die Quelle: Kirchenbuch, Matrikel, Standesamtsregister, Grundbuch. Notiert werden Archiv, Signatur, Buchtyp, Jahrgang und Folio — und, falls online eingesehen, zusätzlich der dauerhafte Link zum Scan. Links sterben, Signaturen bleiben; deshalb immer beides.
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Handschrift lesenKI-gestützt
Alte Einträge stehen in Kurrent — für die meisten Augen unlesbar. Ein Bildmodell erstellt eine erste Lesung Zeile für Zeile; Namen, Daten und Orte gehen in einen durchsuchbaren Index. Bisher sind so 394 Seiten mit 12 611 Namensnennungen erschlossen — darin rund 7 100 unterschiedliche Namensformen; jede Rolle im Eintrag zählt einzeln, also Täufling, Eltern und Paten getrennt. Diese Lesung ist ein Vorschlag, kein Ergebnis; bestätigt wird sie erst beim Abgleich mit dem Original.
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Freigebenvon Hand
Jeder Vorschlag — jede maschinelle Lesung, jede vermutete Dublette, jede neue Verknüpfung — landet in einer Prüfliste und wird einzeln angesehen und entschieden. Nichts wandert unbesehen in den Stammbaum.
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Schreiben, mit Sicherung
Erst nach der Freigabe wird geschrieben, und zwar nur über einen kontrollierten Weg: Sicherungskopie anlegen, Prüfung laufen lassen, Änderung gegen den Vorzustand vergleichen. Verschwindet dabei ein Beleg, bricht der Vorgang ab. Jede Änderung bleibt protokolliert — derzeit 727 dokumentierte Schritte.
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Ausgeben
Aus dem geprüften Bestand entstehen die lesbaren Ergebnisse: Personenakten mit vollständiger Beleg-Matrix, Prüfberichte über ganze Linien und die Familienchronik in Buchform — dort steht hinter jeder Aussage die Quelle, bei Online-Belegen als QR-Code direkt zum Scan.
Belegregeln
Was hier als Nachweis gilt
Zählt als Beleg
- Kirchenbuch- oder Matrikelscan mit Pfarrei, Buchtyp, Jahrgang, möglichst Folio
- Archivalie mit Signatur oder Registernummer — Standesamt, Kreis-, Staatsarchiv
- Verweis auf einen konkreten, dauerhaft abrufbaren Urkunden-Datensatz
Zählt nicht
- Automatische Treffer aus fremden Online-Stammbäumen
- Einträge in Gemeinschaftsbäumen ohne verlinkte Urkunde
- Übernommene Datei aus fremder Forschung ohne mitgelieferten Originalbeleg
- Zwei Datensätze aus derselben Übernahme — das ist derselbe Fehler zweimal
Ein Ahnenbaum mit einer sauber dokumentierten Lücke ist mehr wert als einer mit einem unbelegten Phantom-Vorfahren.
Deshalb wird streng zwischen drei Zuständen unterschieden. Fakt — in einer Quelle gefunden, mit Zitierung. Hypothese — aus Indizien erschlossen, mit Angabe, wo der Beweis zu suchen ist. Lücke — offen, mit einer konkreten Suchstrategie statt der Floskel „weitere Recherche nötig“. Vermischt werden diese drei nie; ein neuer Vorfahr ohne Beleg ist kein Fortschritt.
Offene Arbeit
Woran gerade gearbeitet wird
Die nächsten Schwerpunkte: die Wildner-Linie von den bislang unbelegten Fremdbaum-Angaben auf Matrikeleinträge umstellen, die Köstler-Linie in der 4. und 5. Generation schließen, und die begonnenen Kirchenbuchbände vollständig indizieren, statt nur die gesuchten Seiten.